Wolfram Weimer. Hätte der Namen nicht unter der Headline gestanden, ich hätte ihn auf Anhieb erraten. Es geht um fünf Gründe, warum die AfD immer stärker wird. Weimer, einer der ganz Klugen im deutschen Medien-Dickicht, konstatiert schonungslos: Protest gegen schwächelnde Ampel, Ärger über Bevormundung durch die Grünen, Abstiegs- und Ausgeschlossenheitsgefühl, Migrationskrise sowie stigmatisierende und manipulative Leitmedien. Weimar wie er denkt und schreibt. Ein Schuft, wer unterstellt, er sei quasi PR-Mann der Rechten.
Weimer, Mann mit schillernder journalistischer Vita. Die ihn, neben allerlei anderen Stationen, schonmal ins Lager der Achse des Guten lenkt. Zu Henryk M. Broder und Dirk Maxeiner, Günter Ederer und Ulli Kulke, Bernhard Lassahn, Cora Stephan und Thilo Sarrazin und den anderen schlauen Köpfen, die dort unterwegs sind. Und die derzeit Paten sucht, damit wir unangepassten Journalismus betreiben können, der nicht staatlich alimentiert wird. Wie zum Beispiel der Journalismus von Weimer, der auf n-tv seine Weisheiten loswird.
Keine Ahnung, warum n-tv der geballten volksnahen Ahnung in Gestalt von Wolfram Weimer Platz macht. Unabhängig davon, in welch achsumdrehter Gesellschaft sich dieser Protagonist stets scharf argumentierender Freunde befindet. Vielleicht ja, weil bei n-tv zu viel RTL drin ist. Und damit zu viel hohe Unterhaltungskunst. Vielleicht ja auch, weil nicht alle diesen Job machen möchten. Der AfD mehr oder weniger versteckt nach dem Maul zu reden. Es werden Maulhelden gesucht. Solche, die sich weit aus dem Fenster lehnen.
Es gibt natürlich eine prima Entschuldigung. Man kann ihn den sechsten Grund nennen. Der könnte etwa heißen: Die AfD wird deswegen immer stärker, weil nach wie vor in vielen Köpfen hoffähig ist, was wir überwunden wünschen. Wurscht, wer regiert, wie dämlich die Grünen bisweilen sind, wer für Ab- und Ausstiegsszenarien derer verantwortlich ist, die zunehmend in Existenznöte geraten, wieviele Menschen in ihrer Verzweiflung in unserem Land Schutz suchen und dass die Leitmedien nur Realitäten zeigen. Aber wer will das schon.
Und das, zugegeben, wäre auch etwas viel verlangt für Wolfram Weimer. Der ja gar nicht so viel Zeit hat, nach der schweren Arbeit an den fünf Gründen nochmal in sich zu gehen. Und zu schauen, ob sich bei eifrigem Nachdenken nicht noch andere finden, auf deren Kappe das Erstarken der AfD gehen könnte. Etwa die AfD selbst oder die, die ihr und ihren herausragenden Denkern hinterherlaufen, so wie es Weimer niemals tun würde. Der hin und wieder auf der Achse des Guten sein geistiges Chassis baut. Und gerne Platz bei n-tv bekommt.

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