Kriegste keinen Preis, überfällste halt ein Land. Hätte ich das nur gewusst. Und mich für alle erdenklichen Preise beworben. Mir gehörte heute die ganze Welt. 195 Staaten sind von den Vereinten Nationen anerkannt. Mit einigen Regionen, deren Status nicht völlig geklärt ist, ein bisschen mehr. Brauche ich also, mindestens, 195 Bewerbungen. Dabei kommt es ja nicht auf meine Chancen an. Denn nur US-Präsident Donald Trump selbst glaubte so richtig fest daran, den Friedensnobelpreis, wenn schon nicht die Wahl auf ihn fiel, so doch ohne wenn und aber verdient zu haben. Weil er das, was er verdient zu haben glaubte, nicht bekam, nimmt er sich eben Grönland. Für welchen Nichtpreis Venezuela steht, keine Ahnung. Ist auch wurscht. Im Zweifel den Oscar. Bester Film, bestes Drehbuch. Vor allem aber: Bester Hauptdarsteller. Gibt es einen noch besseren als Trump? Also her damit. Oder schonmal das Land evakuieren. Denn gleich kommt er, Trump. Der tollste und wildeste Rambo aller Zeiten.
Es wird gemunkelt, dass Trump schon einen nächsten Preis sucht, für dessen Nicht-Verleihung er sich ein Land aussuchen darf. Den Oscar will er sich bis zum Schluss seiner Amtszeit aufheben. Als Krönung seines Schaffens. Als nächstes im Blick hat er den Literaturnobelpreis. Dafür, so verlautet aus dem Oval Office, hat er schon mal JD Vance verdonnert, Ton- und „Truth Social“-Dokumente seiner besten Beiträge zu sammeln und zu konfektionieren. Also alle. Die literarische Qualität bestehe, so Trump, im provokanten Stil seiner Prosa. Wer habe es jemals geschafft, eine derartig endlose Kette fulminanter Beleidigungen aufzuziehen. Ja, Literatur derart eindrucksvoll mit Aktionskunst zu verknüpfen. Niemand. Nichtmal Bob Dylan. Und der bekam den Preis. In einem Brief nach Norwegen hat er seine Sicht aus dem quasi annektierten grönländischen Packeis deutlich gemacht. Zwischen den Zeilen ließ er durchblicken, dass er auch den Nicht-Literaturnobelpreis dringend braucht. Parole Kuba.
Wenn das mit dem Pazifik-Raum erledigt sei, wolle er sich dem Aachener Karlspreis zuwenden, heißt es aus dem Weißen Haus. Also Europa. Dieses Fast-Eiland, das, nimmt man es als Ganzes, ja auch von reichlich Meer umspült wird, ist es allemal wert, den internationalen Preis für Persönlichkeiten, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben, nicht verliehen zu bekommen. Wer Grönland verteidigt, und nicht gegen die Russen, sondern gegen Amerika, macht den Anfang. Dänemark? Bingo. Schon so gut wie der erste europäische US-Bundesstaat. Der Rest, von Macrondonien bis Merzotamien, kommt dann dran. Auch dort steht ja der Russe vor der Tür. Und wo der vor der Tür steht, ist Trump-Land. Golden Dome also. Notre-Dame wird abgeräumt. Wer könne Europa besser zusammenschweißen als er, Trump. Freilich: Ohne Preis, Pech gehabt. Danke Aachen! Herzlichen Dank an Kaiser Karl den Großen. Ich, Trump, bin Größer. Ach, was: Der GröFaZ!
Kommen wir zum „Orden der Freundschaft“. Eigentlich ist die Auszeichnung Russen vorbehalten. Aber warum sollte nicht Trump ihn bekommen? Geht es doch um Staat und Völkerfreundschaft. Und hat nicht er, Trump, alles dafür getan, mit Präsident Wladimir Putin Freundschaft zu schließen? Die Ukraine wie Sauerbier angeboten? Territorien. Die Krim. Den Donbass. Rohstoffe. Eigentlich wäre er auch Kandidat für „Helden Russlands“. Aber gut, so weit wolle er nicht gehen. Aber dass er, der sich so sehr um die gute alte Machtteilung in der Welt bemüht, nicht wenigstens den „Orden der Freundschaft“ erhalten soll? Ist gemein. Ungerecht. Und deswegen geradezu eine Aufforderung, sich ein Land unter den Nagel zu reißen. Wie wäre es mit Südafrika? Weiße Männer, schwarze Unterdrücker. Da sollte mal schleunigst ein ICE-Geschwader vorbeischauen. Als kleiner Vorgeschmack. Die können das. Von wegen „drushba“. Kapstadt statt Kreml. Auch dieser Nichtpreis ist gold wert. Schaut auf Trumps Tolle!
Die hängt auch für einen Michelin-Stern, mindestens, bildlich draußen an der Wirtschaft zum lustigen Präsidenten. Drei Sterne sollten es sein. Aber ach, Donald Trump, so ist zu lesen, mampft fast ausschließlich Fast-Food. Aber, hey, das sind Sterne-Burger. Sterne-Pappbrötchen. Sterne-Ketchup. Sterne-Senf. Sterne-Mayo. Sterne-Gürkchen. Sterne-Zwiebeln. Die Welt, so denkt Trump, hat ja keine Ahnung, wie gut „fast“ ist. Er ist ja Meister darin. Fast Frieden, fast Demokratie, fast Rechtsstaat, fast alle Tassen im Schrank. Und dafür soll er keine Michelin-Sterne bekommen? Keine „Küche voller Finesse“, keine „Spitzenküche“, keine „einzigartige Küche – eine Reise wert“? Ok, Guys, dann darf ich mir was aussuchen, gell? Schon erledigt. Trump schielt auf Gaza. Sein Schwiegersohn hat da so eine Idee. Annexion light. Riviera. Palästinenser-frei. Die Welt, so Trump, kann schon mal die Handtücher über Schutt und Asche legen. Hotelketten und Touris kommen später. Mal sehen, wie’s dann mit drei Sternen steht.
Kommen wir, siehe oben, zum Oscar. Das ist ja nun eine typisch US-amerikanische Angelegenheit. Die Preise, quasi für sein Gesamtlebenswerk, können nur an Trump gehen. Im Grunde braucht da niemand sonst vorstellig oder vorgestellt zu werden. Alle Oscars an den Präsidenten. Und wenn nicht? Dann, meint Trump, habe man das Fass zum Überlaufen gebracht. Dass man ihm viele Preise, die nur er verdient habe, vorenthielt: Schwamm drüber. Man schaue auf die Weiten der Welt. Alles mittlerweile ihm. Für alle die Nichtpreise. Beim Oscar aber sei Schluss. Wenn er den nicht bekomme, und zwar ohne dass er seine Schuhputzer vorbeischicken müsse, dann werde er etwas tun, was Amerika nicht für möglich gehalten habe: Er werde sein eigenes Land China zum Fraß vorwerfen. Mit Peking sei schon verabredet, dass er dafür ein Bungalow auf Taiwan beziehen kann. Und dass die Insel dann nur ihm gehört. Das sei dann fast so etwas wie ein fast friedliches Paradies. Oscar hin oder her.

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