Benjamin Netanyahu fordert die Europäer auf, mit ihm Krieg zu führen!? Hier meine Antwort: Schicken wir dem israelischen Ministerpräsidenten das Besteck, das er verdient hat. Ich für meinen Teil: Löffel. Damit er die Suppe, die er sich und anderen eingebrockt hat, auslöffeln kann. Soweit kommt’s noch, dass Europa einem völkerrechtswidrigen Angriff ohne Sinn und Verstand die Waffen spendiert. Kein demokratisches Ziel, keine Unterstützung für die iranische Opposition – nur den Iran platt machen. So wie er Gaza platt gemacht hat. Dafür gibt es nicht mal ’ne Steinschleuder. Nicht mal Strohhalme für Papierkügelchen. Auch im Westen, bei denen, die die Staatsräson beschwören, wächst die Einsicht, dass hier einer sein Ding macht. Und dass das Ding nichts mit dem zu tun hat, wofür man es hat halten sollen. Eine Art gewaltsame Friedensbotschaft. Darin steckt aller Widersinn. Aller Betrug. Am Völkerrecht. Vor allem aber an den Menschen im Iran!
Netanyahu allein zu Haus. Es bedarf schon der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen, dieser Tage einen Experten oder eine Expertin zu finden, der/die die Angriffe auf das Mullah-Regime strategisch klug findet. Fakt ist, dass den brutalen Herrschaften in Teheran bislang zwar Führungskräfte weggebombt wurden, nicht aber die Macht. Der Iran wehrt sich. Überzieht die Region mit Gegenschlägen. Deren Opfer auch die Menschen in Israel sind. Und: Auch die Menschen im Iran. Die in den vergangenen Monaten zu Zigtausenden auf die Straße gegangen sind. Den Mullahs zeigten, dass sie gewillt sind, an ihren Sesseln zu rütteln. Sie bestenfalls zu Fall zu bringen. Nun aber mit ansehen müssen, wie sich die Revolutionsgarden ermutigt fühlen, dem, was bisher Drohungen nach außen waren, Taten folgen zu lassen. Und nach innen mehr denn je das Volk zu unterdrücken, zu morden. Das wiederum ermutigt offenbar Netanyahu, den Krieg massivst auszuweiten.
Scheiß der Hund drauf, mag sich Israels Ministerpräsident denken, während sein Bro nicht nur im Geiste den einen Tag Rückzugssignale sendet, am anderen Tag die Straße von Hormus freikämpfen will. Das ist nicht nur ein saudummer Krieg. Das ist auch ein Überbietungskrieg machtlauniger Egomanen, denen es um ihr schäbiges männliches Selbstwertgefühl geht. Israel und USA auf der einen, der Iran auf der anderen Seite: Unversehens stehen sich die politischen Gegner in nichts nach. US-Präsident Donald Trump hat einmal sinngemäß gesagt, es sei super, dem Iran zu zeigen, was passiert, wenn man nicht auf ihn, Trump, höre. Wörtlich zum Krieg: Wir schlagen vielleicht noch ein paar Mal zu, einfach so zum Spaß. Das klingt wie der Leitspruch bewaffneter Rockerbanden. Ist allerdings, wie man inzwischen weiß, Teil amerikanischer Realität. Und Netanyahu will, dass Europa, quasi einfach so zum Spaß, mitmacht? Glaubt er ernsthaft, Europa sei Benjamin Blümchen, das ihn vorm politischen Bankrott rettet?
Um seinem Appell Drive zu geben, gibt Netanyahu einen aus seiner Sicht überzeugenden Dreisatz zum Besten: Heute Diego Garcia, morgen Europa – und übermorgen die ganze Welt. Welche Beweise brauchen Sie noch, dass dieses Regime (im Iran)…gestoppt werden muss? Vielleicht hat Netanyahu geschnallt, dass selbst sein Verbündeter Trump ihm unbegrenzte Gefolgschaft verweigert. Nun sollen die Europäer, die ja immer von einer selbstbewussten Haltung auch abseits der USA sprechen, vorsorglich und effektiv einspringen. Es ist freilich einigermaßen naiv anzunehmen, dass Angesprochene diesen Braten nicht riechen – sie werden Stand jetzt, einen Teufel tun, sich in die Eskalationsspirale eines nicht von ihnen gewünschten und begonnenen Kriegs einzuklinken. Ganz abgesehen davon, wie lange sich die Golfstaaten den wuchernden Krieg noch gefallen lassen – ohne am Ende zu schauen, wie sie da ohne auch ökonomische Blessuren herauskommen. Das Ganze nimmt das Ausmaß eines globalen Himmelfahrtskommandos an.
Europa täte also gut daran, ohnehin weiter mit dem Russland-Ukraine-Krieg beschäftigt, sich aus den Kriegswirren im Nahen Osten rauszuhalten. Und Netanyahu deutlich zu machen, dass europäisches Selbstbewusstsein heißt, eben selbst zu entscheiden, in welche wahnwitzigen Kriegswindungen man sich hineinbegibt – und insbesondere, in welche nicht. Es täte darüber hinaus gut daran, sich nach allen Möglichkeiten mit oppositionellen Kräften im Iran über das weitere Handeln abzustimmen. Um zu zeigen, dass man, wenn schon die USA und Israel ihre Parolen der Befreiung des iranischen Volkes von der Mullah-Dikatatur nicht ansatzweise ernstnehmen, man dies wenigstens in Europa tut. Auch damit würde man, wenn man denn so will, Trump und Netanyahu vor internationaler Blamage retten. Vor allem wäre man ein glaubwürdiger Partner eines demokratischen Iran. Sollte es eines Tages zu einem echten Regime-Change reichen. Bis dahin allerdings bleibt es bei einem weitgehend sinnlosen Krieg.

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