In naher Zukunft könnten politische Köpfe rollen. Sinnbildlich, wohlgemerkt. Drei Namen stehen auf meiner Liste: US-Präsident Donald Trump, FIFA-Boss Gianni Infantino und Bundeskanzler Friedrich Merz. Dass ihr Wirken zu Ende gehen mag, befürchte ich nicht. Ich wünsche es mir. Stehen sie, jeder auf seine Weise, doch für fragwürdige Charaktere. Was an sich nicht schlimm wäre. Würden sie mit ihren Wesenzügen nicht gigantischen gesellschaftlichen und geopolitischen Schaden anrichten. Huch, ist da nicht einer gar kein Politiker – sondern einfach nur ein armer Fußball-Gott? Der aus dem Himmel des Weltsports zu fallen droht? Ich kann nur hoffen, dass der Mann hart aufschlägt. Von mir aus gern mit Video-Beweis. Eine Rote Karte gibt es dafür nicht. Das Foulspiel, das ihn niederzustrecken droht, hat er sich selbst zugefügt. Das gilt auch für die anderen beiden Kandidaten. No Mitleid any time!
Nicht wenige Beobachter sehen die prominenten Jobs der Drei nur noch am seidenen Faden hängen. Die Midterms in den USA, die aufschäumenden Ressentiments wichtiger kontinentaler Fußballverbände und jene Aversionen vor allem aus den Reihen der eigenen Partei, also der CDU: Das sind allerhand gewichtige Koordinaten, die für ein trioinfernales Ende stehen. So ist das, wenn man den Hals der Selbstherrlichkeit nicht vollkriegt. Es wirkt irgendwie beruhigend, zu wissen, dass die Dinge, die sich die Herren erträumen (hier vor allem Trump und Infantino) oder für notwendig halten (Merz), nicht ohne weiteres über die Bühne gehen. Und dass irgendwers spitz bekommen, wie die Hasen laufen. Oder ihnen gewahr wird, wie wenig <<<dtrong>dtrong>dtrong>die in der Sache, der sie zu dienen vorgeben, wirklich hilfreich sind. Geschweige denn integer. Sie putzen die Platte, die sie selbst beschmiert haben. Ab in die Küche!
Erfindet der Eine Friedensgespräche am laufenden Band, am Besten sogar Friedensverträge inklusive Friedensnobelpreis, so glaubt der Andere fest an seine Pläne zum Verkauf der Fußball-WM, die in den Augen seiner Kritiker:innen in Wahrheit Pläne zur Selbstbereicherung sind. Der dritte Bro aus D wiederum, zuletzt mit privatkapitalistischen Geschäften im Einklang, denkt sich, im Zweifel werde Bündniskameradschaft retten, was nur schwer zu retten ist: Krankenversicherung, Pflege, Rente. Ihm steht das Wasser bis zum Hals. Und es kratzt im Rachengebälk – aber wie in einer schlechten Reklame posaunt er: Gurgeln hilft! Dass schon welche aus dem eigenen Lager ihre Hände an seinen Hals legen, ficht ihn nicht an. Das rechte Gespenst, das im Hintergrund lauert, wird schon ausreichend Angst davor machen, zuzudrücken. Die Republik steht sowieso schon dicht am Abgrund. Dann stoßt halt zu!
Man weiß inzwischen kaum noch, was gefährlicher ist: Das, was diese alten weißen Männer politisch – und sei es sportpolitisch – wollen. Oder was sie tun, wenn sie in den Modus der Verzweiflung rücken. Dann werden aus den alten weißen Männern plötzlich kleine rotznäßige Jungen. Nichts ist schlimmer, so könnte man meinen, als die Situation, in der man spürt, dass man nichts zu verlieren hat. Weil im Grunde schon alles verloren ist. Was freilich ebenso schlimm wäre: Wenn die andere (gute) Seite ob der scheinbaren Ausweglosigkeit erstarrt. Denn die Einbahnstraße, in der man feststeckt, kann nur eine Botschaft bedeuten: Raus da! Kein Wendemanöver ist so riskant wie der Entschluss, es gehe nicht mehr weiter. Raus aus dem Auto! Und Flucht! Man entkommt dem politischen Grauen nicht. Dann gilt, wie es so schön heißt…. mit gehangen, mit gefangen. Kapiert? Wehrt euch endlich!
Am Schlechtesten stehen die Chancen für solche Einsicht derzeit in den USA. Man will Trump, der reichlich angeschlagen wirkt und dem längst diverse physische Probleme angelastet werden, die psychische Folgen bis hin zum geopolitischen Zockersyndrom mit Versagensgarantie haben, nicht auf den letzten Metern das Bein stellen. Warum eigentlich nicht? Das würde auch ihn irgendwie befreien. Infantino wiederum könnte hoffen, dass ein bisschen Wühlen im Tresor hülfe, die Gemüter des internationalen Fußballs zu beruhigen, auf dass sie seine Geschäfte doch noch manndecken. Gut für ein Ende der politischen Quälerei stehen die Chancen bei Merz. Bierdeckel sind eben kein tragfähiges Fundament. Sollte die AfD im Osten punkten, wie es Umfragen vorhersagen, dürfte die schlappe Pappe brechen. Dann wird mit Sicherheit ein Slogan die öffentliche Debatte beherrschen: Aus die Maus!

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