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Andreas Mijic

Freelancer, Thinktank, former ARD, Artist


Noch GanzSauber, Thadeusz?

Endlich, endlich hat mal einer gesagt, wer die wirklichen Erben der Nazis in unserem Land sind. Wer, wie, wo, wann? Jörg Thadeusz, in einem Kommentar in den ARD-Tagesthemen, am 21. September 2026. Einen Tag nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt. Und einen Tag nach dem Wahlsieg der Partei Die Linke in Berlin. Sollten dort SPD und Grüne tatsächlich auf die Idee kommen, mit den dunkelroten Antisemiten koalieren zu wollen, bräuchten sich beide Parteien, so Thadeusz sinngemäß, beim Auschwitz-Gedenken im Bundestag gar nicht mehr blicken lassen. Dann hätten SPD und Grüne ja alles gesagt. Die Mahnung Wehret den Anfängen sei dann „bei Ihnen“ zu einer Floskel für Feiertage verkommen.

Liebe ARD, diesen Kommentar bitte an einem besonderen digitalen Ort aufheben. Er könnte dir, sollte die AfD auch im Bund vor der Machtergreifung stehen, neben den Sendungen mit Julia Ruhs den Arsch retten. Und Unkenrufen wie dem von deinem Ex Alexander Teske („Inside Tagesschau“), wonach linksversiffte Journalisten-Eliten den Öffentlich-Rechlichen Rundfunk kapern, den Stecker ziehen. Wie heißt es doch in der Altpapier-Folge von René Martens beim MDR: Man müsse sich nach dem Kommentar fragen, warum Frank Gotthardt eigentlich jedes Jahr ein paar Millliönchen verjuxt, obwohl er das, was er sich wünscht, für 18,36 Euro im Monat bekommt. Wenn er denn pünktlich zahlt.

Frank Gotthardt ist jener Unternehmer, der das rechtspopulistische Portal Nius von Ex-Bild-Chef Julian Reichelt nach Kräften pudert. Und in dessen Umfeld auch schonmal CDU-Politiker/innen wie Bundestagspräsidentin Julia Klöckner gesichtet wurden. Altpapier wiederum dürfte, sollte Höcke-Adlatus Ulrich Siegmund den MDR abwickeln (können), dort landen, wo derlei nach Ansicht der Rechten hingehört: Auf dem Müll. Ist doch also alles auf gutem Weg. Die 150 Jüdinnen und Juden, die scharfe Kritik an der Stigmatisierung der Linken üben, kriegen Thadeusz und die AfD auch noch wegkommentiert. Allesamt Verirrte. Wie die fast 26 Prozent der Wähler/innen von Die Linke mit Elif Eralp.

Nun gibt es nicht nur den eher unbedeutenden Ex-ARD-Mann Teske, der als Rechtsausleger durch passende Sphären tingelt. Auch ein anderer Ex müht sich um die Weiterverbreitung der Thadeusz-Vibes. Constantin Schreiber, der einst die Nachrichten, die Teske manipuliert findet, zu uns sprach. Shai Hoffmann, Entrepreneur mit israelischem Hintergrund, schrieb dazu etwas auf dem Portal Krautreporter: Danach drängte Schreiber Eralp bei einer Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, sich für Formulierungen zu rechtfertigen, die er nahe am Kampfbegriff des Islamismus sieht. Nur um Eralp quasi in die Nähe von Antisemitismus zu rücken. Schreiber feat. Thadeusz gewissermaßen.

Wenn eines Tages alle Demokratie leben!-Projekte abgewickelt sind, der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk Geschichte ist, Menschen mit migrantischen Wurzeln abgeschoben sind, ein paar Flüchtlingskinder, die man vergessen hat, und Kinder mit Behinderungen getrennt von „gesunden“ deutschen Mädchen und Jungen unterrichtet werden, wenn Justiz und Polizei gleichgeschaltet sind und Deutschlandfahnen über den Autobahnen wehen, dann wird man sich sehr gut an den einzig wahren Kommentar in der ARD erinnern. An den Kommentar von Jörg Thadeusz in den Tagesthemen. Der Wehret den Anfängen seinen ganz besonderen Nazi-Erben widmete: Elif Eralp und der Linken.

Anm.: In einer ersten Fassung habe ich die Gotthardt-Passage versehentlich einem Zeit-Autoren zugeschrieben, es war der Altpapier-Autor, den ich zitiere.



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